Rationalisierung in der Solarbranche
Aufgrund der weltweit zunehmenden Konkurrenz bei der automatisierten Fertigung von Solaranlagen sowie des enormen Wachstumstempos sind Hersteller von Photovoltaik-Systemen gezwungen, ihre Produktionskosten zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, kommen deshalb zunehmend Hochleistungs-Roboter in den Fertigungsanlagen zum Einsatz, wo sie die Beschichtung einzelner Solarzellen mit Silizium übernehmen und sie zu Solarmodulen verbinden. Dadurch konnten die Taktzeiten in der Produktion enorm gesteigert werden. „In den letzten zehn Jahren hat sich der Durchsatz in den Fertigungsanlagen von Solarzellen vervierfacht“, so Automationsexperte Manz. Pro Stunde schafft die neueste Generation der Produktionssysteme bis zu 3.600 Solarzellen.
Dass ein hoher Automatisierungsgrad in der Fertigung von Photovoltaik-Produkten über die internationale Wettbewerbsfähigkeit entscheidet, bestätigte auch der Segmentleiter Solar der ABB Automation in Mannheim, Carsten Busch. Seiner Meinung nach kann die deutsche Solarbranche ihre weltweit führende Rolle nur durch Automatisierung behaupten, da die Konkurrenz nicht schläft. Eine voll automatisierte Fabrik schafft mit 400 Arbeitsplätzen eine Produktionskapazität von 200 Megawatt, wogegen für die gleiche manuelle Fertigung etwa 3000 Mitarbeiter benötigt würden. Die Konkurrenzfähigkeit wäre selbst in Asien nicht mehr gegeben, geschweige denn in Deutschland.
Da die Solarindustrie immer dünnere und damit empfindlichere Siliziumscheiben und Solarzellen benutzt, wird die Automatisierung immer wichtiger, denn schon feinste Mikrorisse, die durch eine falsche Bewegung entstehen, können die elektrische Leitfähigkeit erheblich verschlechtern. Deshalb zielt nach Auffassung von Karsten Barth, Geschäftsführer bei SLS Solar Line Saxony GmbH, die Entwicklung im Bereich der Automatisierung auch auf eine Erhöhung der Produktsicherheit ab.
Allerdings macht sich die Finanzkrise auch in der Solarbranche bemerkbar. Viele Kunden haben ihre aktuellen Projekte aufgrund Finanzierungsengpässen oder Kreditklemme aufgeschoben.



