Kurzarbeit auch in der Solarbranche
Mittlerweile hat die Finanzkrise auch die Solarbranche erreicht, denn die beiden größten Solar-Unternehmen Sachsen-Anhalts, Q-Cells und Sovello, beide aus Bitterfeld-Wolfen, haben für Mai Kurzarbeit angemeldet. Tausende Mitarbeiter sind davon betroffen. Nach Angaben von Stefan Dietrich, Sprecher bei Q-Cells, werden fast alle der 2000 Beschäftigten von der Kurzarbeit in unterschiedlichem Umfang betroffen sein. „Die Situation ist schwierig, die Nachfrage ist noch nicht angelaufen“, sagte Dietrich. Ein genauer Zeitraum für die Dauer der Kurzarbeit wurde von Q-Cells nicht genannt. Jedoch blickt Q-Cells trotz der Turbulenzen gut in die Zukunft, denn die Finanzierung des Konzerns sei bis Ende 2009 gesichert. Allerdings verlangsame sich der Aufbau der neuen Fabrik in Asien.
Auch der Solarzellen-Hersteller Sovello gibt als Grund neben dem langen Winter auch die derzeit schwierige Finanzierung von Solar-Großprojekten an. Allerdings nannte man hier zumindest ein Datum, bis wann die Kurzarbeit bei Sovelle gelten solle. Die rund 1100 Mitarbeiter müssen sich vorerst bis Oktober darauf einstellen. „Wir haben derzeit einen Lagerbestand, der zwei Monatsproduktionen entspricht“, sagte Sovello-sprecher Stefan leppin. Allerdings zeigen sich beide Solar-Unternehmen zuversichtlich, dass der Absatz von Solar-Anlagen im Sommer wieder ansteigen werde.
Branchenexperten stehen dem eher skeptisch gegenüber, denn iher Meinung nach leide der Solarmarkt unter Überkapazitäten. Allein im Jahr 2008 hat die internationale Produktion von Solarzellen um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Wie das Solarstrom-Magazin Photon in einer Umfrage herausfand, produzierten 160 Photovoltaik-Firmen weltweit Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 7,9 Gigawatt und gleichzeitig wurde die Solar-Förderung in wichtigen Märkten wie Spanien zurückgefahren. Dadurch würden die Modulpreise bis zu 25 Prozent fallen, äußerte Photon-Sprecher Bernd Schüßler. Aufgrund dessen hielten sich auch private Käufer zurück, denn sie hoffen auf noch weiter fallende Preise. Allerdings gehen die Experten davon aus, dass es langfristig wieder zu einer steigenden Nachfrage komme, vor allem aus den USA.



