Deutsche sind Solar-Weltmeister
Medienberichten zufolge werden derzeit lediglich 0,375 Prozent des Weltstrombedarfs durch den Strom aus Sonnenenergie abgedeckt. Allerdings zieht die Photovoltaikenergie kräftig an und wird in den nächsten 20 Jahren wohl einen Hauptbeitrag zur Stromversorgung leisten, schreibt Richard M. Swanson, Präsident der Sunpower Corporation in einem Artikel in „Science“. Swansons These wurde von unabhängigen Forschern bestätigt: Ihrer Meinung nach werde Sonnenstrom aus Solarzellen sowie aus dampfgenerierenden Anlagen die Energiemärkte erobern. Swanson schreibt weiter, dass der deutlichste Indikator des schnellen Wachstums darin zu sehen sei, da Ende 2007 weltweit noch PV-Anlagen mit einer Leistung von zehn Gigawatt installiert waren und Ende 2008 waren es bereits 15 Gigawatt.
Auch Eicke Weber, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg erwartet für 2010 eine Neuproduktion von mehr als zwölf Gigawatt. Nicht nur die staatlichen Subventionen, durch die der Sonnenstrom immer billiger wird, sondern auch die technologischen Fortschritte und Massenproduktion haben die Preise purzeln lassen. Zwar wird für die Standard-PV-Anlagen immer noch teures hochreines Silizium benötigt, aber laut Swanson reichen nun 5,6 Gramm für die Herstellung einer Solarzellenfläche mit einem Watt Leistung aus. Im Jahr 2000 wurden dafür noch 15 Gramm benötigt. Zudem erproben Forschungslabors Alternativen, die konventionelles Silizium ergänzen oder gar verdrängen könnten. Ein Beispiel dafür bietet die Dünnschichtzelle, die zwar auch aus Silizium besteht, jedoch nur hauchdünn auf einen Träger aufgedampt wird. Dadurch sind die Zellen deutlich billiger, erzielen aber leider derzeit auch noch einen deutlich geringeren Wirkungsgrad.
Solarzellenfläche wird bei „Konzentratorzellen“ eingespart, die das einfallende Licht durch Linsen fokussiert. Allerdings müssen die Konzentratorzellen der Sonne nachgeführt werden, damit das Licht richtig einfällt. Elektrochemische Farbstoffzellen („Grätzelzellen“) nutzen nicht Silizium, sondern Farbstoffe. Andere, wie die Organische Solarzellen, basieren wiederum auf halbleitenden Kunststoffen („Plastik-Solarzellen“). Sie sind zwar billig, weisen jedoch auch noch einen geringen Wirkungsgrad auf.



